{"id":1091,"date":"2018-06-18T23:16:49","date_gmt":"2018-06-18T21:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/?p=1091"},"modified":"2018-12-10T20:26:50","modified_gmt":"2018-12-10T19:26:50","slug":"elektronauten-manuel-goettsching-e2-e4","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/2018\/06\/18\/elektronauten-manuel-goettsching-e2-e4\/","title":{"rendered":"Elektronauten: Manuel G\u00f6ttsching e2-e4"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/2017\/06\/26\/konzertliste-1980-bis-jetzt\/\">Konzertliste, 1980 bis jetzt<\/a><\/p>\n<p>Der Berliner Manuel G\u00f6ttsching, geboren 1952, gr\u00fcndete 1970 mit seinem Schulfreund Hartmut Enke und Klaus Schulze die Band Ash Ra Tempel. Schulze verlie\u00df die Band schon bald wieder, Enke folgte etwas sp\u00e4ter. G\u00f6ttsching machte mit Gastmusikern alleine weiter. Musikalisch geh\u00f6rte Ash Ra Tempel zur \u201eKrautrock\u201c-Richtung, ein Begriff, den der einflussreiche englische Radiomoderator John Peel gepr\u00e4gt haben soll. Bekannte \u201eKrautrock\u201c-Gruppen waren Guru Guru, Tagerine Dream, Kraan, Amon D\u00fc\u00fcl und Amon D\u00fc\u00fcl II und vor allem Can. F\u00fcr John Peel war Krautrock vermutlich erstmal alles, was aus Deutschland kam und nicht in das \u00fcbliche Popsong-Schema passte. Den deutschen Rockgruppen dieser Zeit war aber allen ein Interesse an elektronischer Musik gemeinsam.<\/p>\n<p>Manuel G\u00f6ttsching hatte dann 1981 eine gute Idee, ging in sein Studio \u201eRoma\u201c und nahm eine Stunde lang eine Improvisation mit elektronischen Mitteln auf, die im Wesentlichen auf der Variation von zwei Akkorden basierte. Da G\u00f6ttsching zu der Zeit keinen Plattenvertrag besa\u00df, wurde das Werk zun\u00e4chst nicht ver\u00f6ffentlicht. 1983 erinnerte sich Klaus Schulze, inzwischen auch als Produzent aktiv, an die Aufnahme und brachte sie in einer Auflage von 1000 St\u00fcck heraus.<\/p>\n<p>G\u00f6ttsching hatte sein Werk e4-e4 genannt, so wie einen der Er\u00f6ffnungsz\u00fcge beim Schach. Auch das Plattencover erinnerte an das Schachspiel. Manuel G\u00f6ttsching hatte in seiner Jugend regelm\u00e4\u00dfig gegen seinen Vater gespielt und auch sp\u00e4ter das Interesse am Schach nicht v\u00f6llig verloren. Der Titel \u201ee2-e4\u201c klang zudem so \u00e4hnlich wie der Name eines der menschlichen Roboters in den damals sehr popul\u00e4ren Star Wars-Filmen &#8211; R2d2. Dass damit hier aber Schach-Er\u00f6ffnungszug gemeint war, wusste sicher nicht jeder. Auch die einzelnen Abschnitte des St\u00fcckes waren in ihren Titeln dem Verlauf einer Schachpartie nachempfunden:<\/p>\n<ol>\n<li>Ruhige Nervosit\u00e4t<\/li>\n<li>Gem\u00e4ssigter Aufbruch<\/li>\n<li>&#8230;und Mittelspiel<\/li>\n<li>Ansatz<\/li>\n<li>Damen Eleganza<\/li>\n<li>Ehrenvoller Kampf<\/li>\n<li>Hoheit weicht<\/li>\n<\/ol>\n<p>(nicht Ohne Schwung)<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>&#8230;und Souver\u00e4nit\u00e4t<\/li>\n<li>Remis<\/li>\n<\/ol>\n<p>G\u00f6ttschings St\u00fcck e2-e4 erlangte dann im Laufe der Jahre eine immer gr\u00f6\u00dfere Popularit\u00e4t, war lange der der Opener im legend\u00e4ren Studio 54, erlangte allm\u00e4hlich Kultstatus und wurde mehrfach gesampelt. Schlie\u00dflich wurde Manuel G\u00f6ttsching als Pionier der heute so beliebten Lounge- und Techno-Musik gefeiert. 2006 zelebrierte man das 25-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um seiner Pionieraufnahme. Seitdem f\u00fchrt Manuel G\u00f6ttsching sein St\u00fcck \u201ee2-e4\u201c auch live auf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1094\" aria-describedby=\"caption-attachment-1094\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1094\" title=\"Manuel G\u00f6ttsching e2-e4\" src=\"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01505-683x1024.jpg\" alt=\"Manuel G\u00f6ttsching e2-e4\" width=\"500\" height=\"750\" srcset=\"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01505-683x1024.jpg 683w, http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01505-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01505-768x1152.jpg 768w, http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01505.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1094\" class=\"wp-caption-text\">Manuel G\u00f6ttsching e2-e4<\/figcaption><\/figure>\n<p>In der Hamburger Elbphilharmonie setzte man nun ihm und einigen anderen Pionieren der elektronischen Musik mit dem \u201eElektronauten-Festival\u201c ein musikalisches Denkmal. Wie immer war der gro\u00dfe Saal der Elbphilharmonie ausverkauft. Manuel G\u00f6ttsching lie\u00df etwas auf sich warten, so wie sich das auch f\u00fcr einen Rockmusiker geh\u00f6rt, allerdings nicht wirklich lange, und bestritt dann die ersten H\u00e4lfte des insgesamt zweist\u00fcndigen Konzerts alleine. In seiner Ansage verriet G\u00f6ttsching, dass dies sein erster Auftritt in Hamburg war und freute sich \u00fcber das gro\u00dfe Interesse. In einem Satz wies er auch auf den gro\u00dfen Unterschied bei der Auff\u00fchrung des St\u00fcckes damals und heute hin. Tats\u00e4chlich sa\u00df G\u00f6ttsching die erste halbe Stunde nur vor seinen beiden Mac-Books und schien nicht mehr zu machen, als die \u201eAuff\u00fchrung\u201c&nbsp; zu \u00fcberwachen. Nach etwa einer halben Stunde begleitete er den elektronischen Sound live, aber dezent mit seiner Gitarre.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1096\" aria-describedby=\"caption-attachment-1096\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1096\" src=\"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01541.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01541.jpg 1000w, http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01541-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/DSC01541-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1096\" class=\"wp-caption-text\">Manuel G\u00f6ttsching e2-e4<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach einer Stunde wurde der Musiker vom Publikum mit gro\u00dfem Applaus bejubelt.&nbsp;Im zweiten Teil des Konzerts spielte G\u00f6ttsching dann zusammen mit zwei Gastmusikern einige St\u00fccke aus seinem Ash Ra Tempel Experience-Projekts.<\/p>\n<p>Die neue Elbphilharmonie in Hamburg sorgte w\u00e4hrend ihrer langen Bauzeit bekanntlich f\u00fcr viele zumeist negative Schlagzeilen. Komplizierte statische Anforderungen hatten die Kosten in immense H\u00f6hen getrieben. Wirklich gebraucht hat man diese Konzerthalle in Hamburg nicht, denn mit der Laeishalle gibt es schon eine sch\u00f6ne Konzerthalle. Nun ist die \u201eElphi\u201c, wie man das Haus jetzt gerne liebevoll nennt, seit einiger Zeit in Betrieb und die Hamburger sind stolz und zufrieden. Die Architektur ist au\u00dfen wie innen wirklich imposant und auch ohne Konzertkarte f\u00fcr jedermann zug\u00e4nglich. Von der so genannten \u201ePlaza\u201c in etwa 50 Meter H\u00f6he hat man einen fantastischen Blick auf die Elbe, den Hafen und die Stadt. Das ganze Geb\u00e4ude ragt mit seinem wellenartigen geschwungenen Dach 110 Meter \u00fcber der Elbe. Mit der Elbphilharmonie besitzt Hamburg nun einen weiteren Anziehungspunkt f\u00fcr Touristen.<\/p>\n<p>Auch das Auff\u00fchrungskonzept ist stimmig. Neben Konzerten der \u201eklassischen\u201c Musik werden immer wieder Konzerte von Rock-, Pop, oder Jazzmusikern angeboten. Eine der ersten G\u00e4ste waren die \u201eEinst\u00fcrzenden Neubauten\u201c\u2013 ein sch\u00f6ner Witz, denn der Elbphilharmonie wurde wegen ihre gewagten Statik auf einem alten Kaispeicher von skeptischen Bauingenieuren keine lange Lebensdauer prognostiziert.<\/p>\n<p>Eine der vielen Besonderheiten des gro\u00dfen Konzertsaales ist eine einzigartige Akustik. Speziell geformte Kacheln sorgen f\u00fcr ein ungetr\u00fcbtes und gleicherma\u00dfen intensives H\u00f6rerlebnis an jeder Stelle im 25 Meter hohen Raum. Selbst wenn hier die Schrottplatz-Metallwerker der Einst\u00fcrzenden Neubauten spielen, klingt es durchweg sauber und geradezu akademisch. Und das war auch bei Manuel G\u00f6ttschings Ash Ra Experience so. Wer dabei war, hat ein interessantes St\u00fcck Musikgeschichte erlebt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ys0HyevZpQg\" width=\"640\" height=\"360\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ashra.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Manuel G\u00f6ttsching: Offizielle Seite<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.elbphilharmonie.de\/de\/festivals\/elektronauten\/334\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Elbphilharmonie: Elektronauten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Konzertliste, 1980 bis jetzt Der Berliner Manuel G\u00f6ttsching, geboren 1952, gr\u00fcndete 1970 mit seinem Schulfreund Hartmut Enke und Klaus Schulze die Band Ash Ra Tempel. <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/2018\/06\/18\/elektronauten-manuel-goettsching-e2-e4\/\" title=\"Elektronauten: Manuel G\u00f6ttsching e2-e4\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":1092,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,15],"tags":[294,290,291,292,289,293],"class_list":["post-1091","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-musik","tag-ash-ra","tag-elbphilharmonie","tag-elektronauten","tag-lounge","tag-manuel-goettsching","tag-techno"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1091"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1091\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1290,"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1091\/revisions\/1290"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1092"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.andreschulz.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}