Desperate Journalist im Hafenklang

Desperate Journalist im Hafenklang
Desperate Journalist im Hafenklang

Desperate Journalist, 2012 gegründet, haben kürzlich schon ihr drittes Album heraus gegeben, „In Search Of The Miraculous“, bleiben aber zumindest in Deutschland weitgehend unbekannt. Das neue Album ist ein Konzeptalbum. Der Titel bezieht sich auf ein Unternehmen des niederländischen Video- und Performance-Künstlers Bas Jan Ader, der 1975 alleine mit einem kleinen Segelboot eine Atlantiküberquerung wagte. Zehn Monate später wurde sein Boot ohne Bas Jan Ader an der irischen Küste angetrieben. Der Künstler blieb verschollen. Seine Fahrt hatte er „In Search Of The Miraculous“ genannt. Die Desperate Journalist Frontfrau arbeitet nun in einer Kunstgalerie und stieß dort auf den niederländischen Künstler und sein abenteuerliches und tragisches Unternehmen.

Desperate Journalist sind mit  Sängerin Jo Bevan, Gitarrist Rob Hardy, Bassist Simon Drowner und Schlagzeugerin Caroline Helbert eine klassische Gitarrenband in britischer Musiktradition und knüpfen mit ihrem Sound an die New Wave Bands der Post Punk Zeit der frühen 180er Jahre an. Der Bandname „Desperate Journalist“ ist nicht zufällig gewählt und erinnert an einen Cure-Song.

In einer Kritik wurden Musik und Optik von Desperate Journalist als eine Mischung von The Smith und Cranberries bezeichnet, was in etwa stimmt. Jo Bevan hat vielleicht nicht ganz das Stimmvolumen der so tragisch verstorbenen Cranberries-Sängerin Dolores O’Riordan, aber sie hat eine facettenreiche Stimme und erinnerte mit ihrer Kurzhaarfrisur auch optisch an die Irin. Zusammen mit Rob Hardy bestimmt sie den Sound der Band. Der Vergleich mit Johnny Marr von The Smith mag vielleicht auch noch etwas übertrieben sein, aber Rob Hardy liebt sein Instrument mehr als die Show, kennt seine 80er-Jahre-Idole und hat auch eigene Ideen. Simon Drowner ist nicht nur durch seine Erscheinung sehr präsent und bildet mit der wirklich präzise trommelnden Caz Helbert einen zuverlässigen Rhythmusteppich, auf dem die anderen beiden sich grazil bewegen können. Die zierliche Jo Bevan trägt bei den Auftritten gerne kurze enge Röcke, hängt sich in ihre Songs ordentlich rein und ist in den Pausen stets damit beschäftigt, ihr etwas hochgerutschtes Kleid wieder nach unten zu zupfen, was ganz niedlich ausschaut.

Jo Bevan und Rob Hardy
Jo Bevan und Rob Hardy

Im Vergleich zum Konzert im Vorjahr im wirklich kleinen Gewölbekeller der Hamburger Nochtwache war die Show im Hafenklang diesmal besser besucht. Nach einer lokalen Vorband betraten Desperate Journalist etwa um 22 Uhr die Bühne und spulten dann ihr musikalische Programm vielleicht etwas zu routiniert ab. Auch im Hafenklang ist das Publikum sehr nahe an den Bands dran und so brauchte es allerdings nicht zu viel Show, um den Kontakt mit dem Publikum und die Fans in Bewegung zu bringen herzustellen.  Spätestens beim Song „Hollow“, eine echte Neo-New-Wave-Hymne, kam Tanzstimmung auf.  

Desperate Journalist spielten 14 Songs und ließen sich zu einer Zugabe überreden. Dann war Schluss.

Homepage: https://desperatejournalist.co.uk/

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