Dream Wife im Molotow

Dream Wife
Dream Wife

Konzertliste, 1980 bis jetzt

Das Molotow ist der Kult-Musik-Klub an der Reeperbahn, viel kleiner als die Docks oder die Große Freiheit 36, und bei weitem nicht so schick wie der Mojo Club. Im Gegenteil. Der Molotow Club ist ungeschminktes St. Pauli, dreckig und mit langer Geschichte. 1990 gegründet hatte er lange seinen Standort in den Esso-Häusern am Spielbudenplatz. Nach deren Abriss hat er nun seinen neuen Standort am anderen Ende der Reeperbahn, am Nobistor. Die Molotow Skybar bietet dem Konzertbesucher den wohl kürzesten Weg von der Straße zur Musik. Während man sich in den anderen Klubs vom Eingang nach vorne zur Bühne durchkämpfen muss, ist es im Molotow genau andersherum. An der Kasse vorbei durch die Eingangstür hindurch steht man schon an der Bühnenkante. Die oben an der niedrigen Decke zur Dekoration angebrachten Schallplatten erinnern an die gute alte Zeit, die Vorstreamzeit, die Vinylzeit.

Molotow Sky Bar
Molotow Sky Bar

Im Molotow traten und treten Gruppen auf, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Bands wie The Hives, The White Stripes, Mando Diao, Mumford & Sons, Die Toten Hosen, Wir sind Helden, Tocotronic oder The Killers zieren die Konzertliste des Klubs. Vielleicht steht ja auch Dream Wife am Anfang einer großen Erfolgsgeschichte. Die Band wurde 2015 von drei Mädchen in Brighton aus einem Kunstprojekt heraus gegründet. Frontfrau und Sängerin ist die Isländerin Rakel Mjöll Leifsdóttir. Alice Go spielt Gitarre und Bella Podpadec zupft am Bass. Nun gibt es auch einen (männlichen) Schlagzeuger und man lebt inzwischen in London. Dream Wife spielen schnörkellosen Garagenpunkt. Die beiden Gitarristinnen beherrschen ihre Instrumente gerade so gut, dass der Sound noch in der Punkzone bleibt. Für den größten Teil der Show sorgt Rakel Mjöll.

Rakill Mjöll, Dream Wife
Rakill Mjöll, Dream Wife

Sie schaut gerne frech ins Publikum, legt dabei den Kopf schief und springt dann unvermittelt zurück auf die Bühne und schwingt ihre Hüften und langen blonden Haare. Gesang im eigentlichen Sinne wird eher nicht geboten. Rakel Mjöll ruft und schreit ihre Texte ins Publikum hinein und setzt fette i-Punkte auf den Sound.

Gerade ist das Debütalbum mit elf Stücken erschienen. Diese Stücke gab es dann auch beim Konzert im Molotow zu hören, plus einer Coverfassung von Blondies „One day or another“. Debbie Harry, (heute 73 Jahre alt), könnte die Großmutter der Mädchen sein und würde sich über diese punkige Fassung ihres Hits sicher freuen. Das größte Hitpotential bieten wohl die Stücke Somebody und F.U.U (Fuck you up). Für F.U.U. bittet Rakel Mjöll alle „Bad Bitches“ im Saal nach vorne zur Bühne und springt später in die Gruppe zum gemeinsamen Tanz. Nach einer unterhaltsamen Stunde ist alles vorbei. Man sieht sich am Merchandising Stand.

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